Verarbeitungsaktivitäten
Das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (VVT) ist die zentrale Anforderung des Datenschutzrechts. In diesem Kapitel lernst du, wie du Verarbeitungsaktivitäten erstellst und verwaltest.
Was sind Verarbeitungsaktivitäten?
Eine Verarbeitungsaktivität dokumentiert einen konkreten Vorgang der Datenverarbeitung in deinem Unternehmen. Beispiele:
- Lohnbuchhaltung
- Kundendatenverwaltung im CRM
- Newsletter-Versand
- Bewerbermanagement
- Zeiterfassung
Jede Aktivität beschreibt:
- Was verarbeitet wird (Datenkategorien, Datenfelder)
- Warum es verarbeitet wird (Zweck, Rechtsgrundlage)
- Wie es verarbeitet wird (Anwendungen, TOMs)
- Wer betroffen ist (betroffene Personen)
- Wohin die Daten gehen (Empfänger, Untervertragspartner)
Verarbeitungsaktivitäten-Liste
Zugriff
- Navigiere zum Datenschutzsystem
- Klicke auf “Verarbeitungsaktivitäten”
Übersicht
Die Liste zeigt alle erfassten Aktivitäten mit:
| Spalte | Beschreibung |
|---|---|
| Name | Bezeichnung der Verarbeitung |
| Beschreibung | Kurzbeschreibung |
Eine neue Verarbeitungsaktivität erstellen
Schritt 1: Formular öffnen
- Navigiere zu Verarbeitungsaktivitäten
- Klicke auf "+ Verarbeitungsaktivität"
Schritt 2: Grunddaten erfassen
Pflichtfelder:
Name: Eindeutige Bezeichnung der Verarbeitung
- Beispiel: “Lohnbuchhaltung”, “Newsletter-Versand”, “Kundenverwaltung CRM”
Beschreibung: Detaillierte Beschreibung der Verarbeitung
- Was genau wird gemacht?
- In welchem Kontext findet die Verarbeitung statt?
Optionale Felder:
Zweck der Verarbeitung: Warum werden die Daten verarbeitet?
- Beispiel: “Erfüllung arbeitsrechtlicher Pflichten”, “Marketing und Kundenbindung”
Art der Verarbeitung: Automatisch oder Manuell
- Automatisch: Verarbeitung durch IT-Systeme
- Manuell: Händische Verarbeitung (z.B. Papierakten)
Schritt 3: Daten-Abschnitt
Verknüpfe die Aktivität mit den relevanten Stammdaten:
- Verarbeitungsaktionen: Art der Verarbeitung (z.B. Erheben, Speichern, Übermitteln)
- Datenkategorien: Welche Arten von Daten werden verarbeitet?
- Datenfelder: Konkrete Datenfelder (z.B. Name, Adresse, Geburtsdatum)
- Speicherfristen: Wie lange werden die Daten aufbewahrt?
- Anwendungen: Welche IT-Systeme werden genutzt?
- Rechtsgrundlagen: Rechtliche Basis für die Verarbeitung
- Untervertragspartner: Externe Dienstleister, die Daten verarbeiten
Schritt 4: Empfänger
- Empfänger: Organisationen oder Personen, die Daten erhalten
Schritt 5: Folgenabschätzung
- DSFAs: Verknüpfung mit Datenschutz-Folgenabschätzungen (falls vorhanden)
Schritt 6: Massnahmen
- Massnahmen zur Risikominderung: Spezifische Schutzmassnahmen
- TOMs: Technische und Organisatorische Massnahmen
Schritt 7: Verknüpfungen
Verbinde die Aktivität mit anderen ELIZA-Modulen:
- Risiken: Verknüpfung mit Risikoeinschätzungen
- Prozesse: In welchen Geschäftsprozessen findet die Verarbeitung statt?
- Verantwortliche Stelle: Zuständige Organisationseinheit
- Betroffene Personen: Welche Personengruppen sind betroffen?
Schritt 8: Speichern
Klicke auf “Speichern”, um die Aktivität anzulegen.
Verarbeitungsaktivität bearbeiten
- Öffne die Verarbeitungsaktivität durch Klick auf den Namen
- Klicke auf das Bearbeiten-Symbol (Stift-Icon)
- Nimm die gewünschten Änderungen vor
- Klicke auf “Speichern”
Verarbeitungsaktivität löschen
- Öffne die Verarbeitungsaktivität
- Klicke auf das Löschen-Symbol (Papierkorb-Icon)
- Bestätige die Löschung
Achtung: Gelöschte Aktivitäten können nicht wiederhergestellt werden!
Verarbeitungsaktionen
Was sind Verarbeitungsaktionen?
Verarbeitungsaktionen beschreiben die Art der Datenverarbeitung. Typische Aktionen sind:
- Erheben
- Erfassen
- Speichern
- Verändern
- Auslesen
- Übermitteln
- Verknüpfen
- Löschen
Verarbeitungsaktionen verwalten
- Navigiere zum Datenschutzsystem
- Klicke auf “Verarbeitungsaktionen”
- Erstelle neue Aktionen oder bearbeite bestehende
Word-Export
Das Datenschutz-Modul ermöglicht den Export als Word-Dokument.
Export durchführen
- Navigiere zum Datenschutzsystem
- Klicke auf “Export”
- Das System generiert ein Word-Dokument mit allen Verarbeitungsaktivitäten
Das exportierte Dokument enthält:
- Alle Aktivitäten mit Beschreibung
- Zweck der Verarbeitung
- Rechtsgrundlagen
- Betroffene Personengruppen
Best Practices
Empfehlungen
- Vollständigkeit: Dokumentiere alle Datenverarbeitungen im Unternehmen
- Granularität: Nicht zu grob (z.B. “IT-Betrieb”), nicht zu fein (z.B. jede einzelne E-Mail)
- Aktualität: Aktualisiere bei Änderungen an Prozessen oder Systemen
- Verknüpfungen: Nutze die Verknüpfungen zu Prozessen und Anwendungen
Häufige Fehler
- Unvollständig: Nicht alle Verarbeitungen erfasst
- Veraltet: Änderungen nicht nachgeführt
- Zu grob: Wichtige Details fehlen
- Fehlende Rechtsgrundlagen: Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage
Beispiel: Lohnbuchhaltung
Name: Lohnbuchhaltung
Beschreibung: Verarbeitung von Mitarbeiterdaten für die monatliche Lohnabrechnung und Sozialversicherungsmeldungen.
Zweck: Erfüllung arbeitsrechtlicher Verpflichtungen, Lohnzahlung an Mitarbeitende
Art: Automatisch
Datenkategorien:
- Stammdaten (Name, Adresse)
- Finanzdaten (Kontonummer, Lohn)
- Sozialversicherungsdaten
Rechtsgrundlagen:
- Arbeitsvertrag (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO)
- Gesetzliche Pflicht (Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO)
Anwendungen:
- Lohnbuchhaltungssoftware
- HR-System
Empfänger:
- Sozialversicherungsträger
- Steuerbehörden
Speicherfristen:
- 10 Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses (gesetzliche Aufbewahrungspflicht)
TOMs:
- Zugriffsbeschränkung auf HR-Abteilung
- Verschlüsselung der Datenübertragung
Nächste Schritte
Im nächsten Kapitel lernst du alles über Stammdaten - die Grundlage für deine Verarbeitungsaktivitäten.