Best Practices

Dieses Kapitel enthält bewährte Methoden und praktische Tipps für ein effektives Internes Kontrollsystem mit ELIZA.

Einschätzungen richtig erfassen

Klare Titel verwenden

Formuliere Titel so, dass der Inhalt sofort klar ist:

SchlechtBesser
Risiko ITAusfall der IT-Infrastruktur durch veraltete Hardware
PersonalFachkräftemangel im Bereich Softwareentwicklung
MarktWechselkursrisiko CHF/EUR bei Exportgeschäften

Beschreibung und Analyse trennen

  • Beschreibung: Was ist das Risiko/die Chance? (Sachverhalt)
  • Analyse / Ursache: Warum besteht es? (Hintergrund)
  • Mögliche Massnahmen: Was kann man tun? (Handlungsoptionen)

✅ Best Practice: Nutze das Feld “Analyse / Ursache” für die Ursachenanalyse. So trennst du Beschreibung von Analyse.

Bewertung konsistent durchführen

Definiere klare Kriterien für die Bewertungsskala und wende sie einheitlich an:

Eintretenswahrscheinlichkeit:

WertKriterium (Beispiel)
1 - kleinWeniger als 1× in 10 Jahren
2 - gering1× in 5-10 Jahren
3 - mittel1× in 1-5 Jahren
4 - gross1× pro Jahr
5 - sehr grossMehrmals pro Jahr

Auswirkung:

WertKriterium (Beispiel)
1 - kleinKaum spürbar, geringe Kosten (<1'000 CHF)
2 - geringSpürbar, überschaubare Kosten (1'000-10'000 CHF)
3 - mittelDeutlich spürbar, relevante Kosten (10'000-100'000 CHF)
4 - grossSchwerwiegend, hohe Kosten (100'000-500'000 CHF)
5 - sehr grossExistenzbedrohend, sehr hohe Kosten (>500'000 CHF)

💡 Tipp: Passe die Kriterien an die Grösse und Branche deines Unternehmens an. Ein KMU mit 20 Mitarbeitenden hat andere Schwellenwerte als ein Grossunternehmen.

Risikoklassen nutzen

Nutze Risikoklassen, um Einschätzungen thematisch zu gruppieren:

  • Strategische Risiken: Markt, Wettbewerb, Technologie
  • Operative Risiken: Prozesse, IT, Personal
  • Finanzielle Risiken: Liquidität, Wechselkurse, Kreditrisiken
  • Compliance-Risiken: Gesetze, Normen, Vorschriften
  • Reputationsrisiken: Image, Kundenzufriedenheit

Massnahmen effektiv gestalten

SMART-Prinzip anwenden

Definiere Massnahmen nach dem SMART-Prinzip:

KriteriumBeschreibungBeispiel
SpezifischKlar und eindeutig formuliert“Firewall-Regeln aktualisieren” statt “IT verbessern”
MessbarErgebnis ist überprüfbar“Alle Server auf aktuellen Patch-Stand bringen”
AkzeptiertVerantwortliche Person ist einverstandenVerantwortung klar zugewiesen
RealistischUmsetzung ist machbarRessourcen und Budget vorhanden
TerminiertFrist ist gesetztKonkretes Datum im Feld “Frist”

Vier-Augen-Prinzip

Weise jeder Massnahme sowohl eine verantwortliche als auch eine kontrollierende Person/Funktion zu:

  • Verantwortung: Setzt die Massnahme um
  • Kontrolle durch: Prüft die Wirksamkeit

⚠️ Wichtig: Die verantwortliche Person sollte nicht gleichzeitig die kontrollierende Person sein.

Periodizität sinnvoll einsetzen

Setze Periodizitäten für wiederkehrende Massnahmen:

MassnahmentypEmpfohlene Periodizität
IT-Sicherheitschecks4× pro Jahr (quartalsweise)
Datensicherung prüfen2× pro Jahr
Jahresabschluss-Review1× pro Jahr
Compliance-Check1-2× pro Jahr

Kontrollen systematisch durchführen

Regelmässigkeit sicherstellen

  • Plane Kontrollen im Kalender ein
  • Nutze die Ansicht “Meine Massnahmen” täglich als Checkliste
  • Achte auf das Dashboard-Widget für überfällige Massnahmen

Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren

Dokumentiere bei jeder Kontrolle:

  1. Was wurde geprüft?
  2. Wie wurde geprüft? (Methode)
  3. Was war das Ergebnis?
  4. Welche Abweichungen wurden festgestellt?
  5. Welche Folgemassnahmen sind nötig?

✅ Best Practice: Nutze das Kommentarfeld mit Markdown-Formatierung für strukturierte Kontrollergebnisse:

## Prüfung Datensicherung

### Geprüft
- Backup-Protokolle der letzten 30 Tage
- Wiederherstellungstest mit Testdaten

### Ergebnis
- Alle Backups erfolgreich durchgeführt
- Wiederherstellung in 2h möglich

### Massnahmen
- Keine weiteren Massnahmen nötig

Checklisten verwenden

Erstelle Checklisten für standardisierte Kontrollen:

  1. Öffne die Massnahme
  2. Füge über das Dropdown-Menü eine Checkliste hinzu
  3. Definiere die Prüfpunkte
  4. Bei jeder Kontrolle wird die Checkliste automatisch kopiert

Reporting und Reviews

Quartalsweises Review

Führe mindestens quartalsweise ein Review deines IKS durch:

  1. Risikomap prüfen: Haben sich Bewertungen verändert?
  2. Massnahmen-Status: Sind alle Massnahmen im Zeitplan?
  3. Überfällige Massnahmen: Gibt es Handlungsbedarf?
  4. Neue Risiken: Sind neue Risiken aufgetreten?
  5. Abgeschlossene Massnahmen: Waren sie wirksam?

Management Review

Bereite das jährliche Management Review vor mit:

  1. IKS-Report als Word (alle aktiven Einschätzungen nach Schweregrad)
  2. Massnahmen-Report als Word (alle Massnahmen inkl. Kontrollen)
  3. Risikomap als Screenshot oder Ausdruck
  4. Trends: Vergleich mit den Reports der Vorperiode

ISO 9001 / ISO 14001 Compliance

Das IKS-Modul unterstützt die Anforderungen von:

  • ISO 9001:2015 Kapitel 6.1: Massnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen
  • ISO 14001:2015 Kapitel 6.1: Umweltaspekte, Risiken und Chancen
  • ISO 45001 Kapitel 6.1: Gefährdungen und Chancen im Arbeitsschutz

💡 Tipp: Verknüpfe Einschätzungen mit Prozessen und Interessierten Parteien, um die Anforderungen der ISO-Normen nachvollziehbar zu erfüllen.


Berechtigungskonzept

Empfohlene Rollenverteilung

RolleBerechtigungAufgaben
QM-BeauftragterIKS (Admin)Gesamtverantwortung, Einschätzungen erstellen und verwalten
RisikoverantwortlicherIKS (Hinzufügen)Eigene Einschätzungen erfassen und bewerten
MassnahmenverantwortlicherMassnahmen (Lesen und Hinzufügen)Massnahmen umsetzen und dokumentieren
ControllerKontrollen (Lesen und Hinzufügen)Wirksamkeit prüfen und dokumentieren
ManagementIKS (Lesen)Übersicht und Reports einsehen
AuditorIKS (Lesen)Einsicht für Auditzwecke

Funktionen statt Einzelpersonen

Nutze Funktionen statt einzelne Personen als Controller:

  • Vorteil: Wenn eine Person die Funktion wechselt, müssen nicht alle Massnahmen angepasst werden
  • Vorteil: Mehrere Personen können die Kontrolle übernehmen (z.B. bei Abwesenheit)
  • Vorteil: Zentrale Verwaltung über die Organisationsstruktur

Mehr dazu: Berechtigungen


Häufige Fehler vermeiden

Bei Einschätzungen

FehlerLösung
Zu vage formuliertKonkrete, messbare Beschreibungen verwenden
Bewertung nicht aktualisiertRegelmässig überprüfen und anpassen
Keine Risikoklassen verwendetKlassifizierung für bessere Strukturierung nutzen
Keine Verknüpfung zu ProzessenProzessverknüpfung für Nachvollziehbarkeit herstellen

Bei Massnahmen

FehlerLösung
Keine Frist gesetztImmer eine realistische Frist definieren
Keine Verantwortung zugewiesenVerantwortliche Person ODER Funktion festlegen
Kein Controller definiertKontrollierende Person/Funktion zuweisen
Massnahme zu allgemeinSMART-Prinzip anwenden

Bei Kontrollen

FehlerLösung
Kontrollen werden vergessenPeriodizität setzen, Dashboard nutzen
Ergebnisse zu knapp dokumentiertStrukturierte Dokumentation im Kommentarfeld
Keine NachweiseDateien als Beilagen anhängen
Verantwortlicher kontrolliert sich selbstVier-Augen-Prinzip beachten

Zusammenfassung

Die 10 wichtigsten Regeln

  1. Einschätzungen klar formulieren - Titel und Beschreibung aussagekräftig gestalten
  2. Bewertung einheitlich - Definierte Kriterien konsistent anwenden
  3. Massnahmen SMART definieren - Spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch, terminiert
  4. Vier-Augen-Prinzip - Verantwortung und Kontrolle trennen
  5. Fristen setzen - Jede Massnahme braucht einen Termin
  6. Regelmässig kontrollieren - Periodizität nutzen
  7. Ergebnisse dokumentieren - Nachvollziehbar und strukturiert
  8. Risikoklassen nutzen - Für bessere Übersicht und Auswertung
  9. Reports erstellen - Mindestens quartalsweise
  10. Berechtigungen pflegen - Funktionen statt Einzelpersonen verwenden

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Stand: Februar 2026

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